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Bioenergiebranche in Deutschland: Market Drivers für den Klimaschutz weltweit!

Berlin, 23.06.2017. „Mit ihren innovativen Energieversorgungskonzepten hat sich die deutsche Biogas- und Biomethanbranche zum Weltmarktführer entwickelt und unterstützt durch Export von Technologie und Know-How aktiv den weltweiten Klimaschutz“, so das Fazit von Janet Hochi, Geschäftsführerin des Biogasrat+ e. V., anlässlich des Rostocker Bioenergieforums. „Bereits heute werden mehr als 40 % des Umsatzes der Branche insbesondere im Anlagenbau in ausländischen Märkten erzielt. Hier ist definitiv noch Luft nach oben“, ist Hochi überzeugt. Voraussetzung dafür ist nach Ansicht des Verbandes allerdings, dass der deutsche Referenzmarkt funktioniert und die Biogas- und Biomethanbranche in Deutschland konsequent in technologischen Fortschritt und Innovation investiert. Unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen mit zahlreichen Restriktionen ist das aber nahezu unmöglich. Deutschland und der Bioenergiebranche, mit ihren rund 380.000 Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung, drohen ein technologischer Fadenriss und stranded investments.

„Wir wollen und können als Market Drivers mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen den globalen Klimaschutz entscheidend voranbringen und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken“, so Hochi. Mit Blick auf die Bundestagswahl und die künftige Energiepolitik fordert der Verband daher von der deutschen Politik, ein Level playing field für die erneuerbaren Energieträger Biomethan und Biogas zu schaffen. Der Branche müssen eine positive Marktentwicklung und damit eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive ermöglicht werden. „Wir brauchen Technologieoffenheit im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor für die Nutzung von Biomethan, damit unsere Klimaschutzvorteile in allen drei Sektoren schnell greifen können“, betont Hochi. „Dabei muss die CO2-Minderung die Leitgröße in allen Sektoren sein.“

Für die kommende Legislaturperiode fordert der Biogasrat+ e. V. die Weiterentwicklung des europäischen Emissionshandels (EU ETS) inklusive Einbeziehung weiterer Verbrauchssektoren. „Der Emissionshandel bietet die Chance, Klimaschutz und eine marktbasierte wirtschaftliche Energieversorgung zu verknüpfen. Voraussetzung ist jedoch eine grundlegende Reform des EU ETS zur Verknappung bestehender Emissionszertifikate, um über einen angemessenen Zertifikatspreis wirksame Anreize für Investitionen in CO2-arme Technologien zu setzen“, so Hochi. Damit die Klimaschutzvorteile von Biomethan im Wärmemarkt schnell wirken können, ist nach Auffassung des Verbandes ein neues Gebäudeenergiegesetz unumgänglich, das EnEV, EnEG und EEWärmeG zusammenführt, harmonisiert und vereinfacht. „Dazu gehören für uns die Korrektur des Primärenergiefaktors für Biomethan auf fp=0,36, aber auch die Aufhebung der Regelung, dass erneuerbarer Strom aus Biomethan in unmittelbarem, räumlichen Zusammenhang mit dem Gebäude erzeugt werden muss“, erklärt Hochi. Diese Regelung blockiere bislang sinnvolle, klimaschonende Nutzungskonzepte mit Biomethan, da der entscheidende Vorteil von Biomethan gerade in der Entkopplung von Erzeugung im ländlichen Raum, Transport und Speicherung im Gasnetz und Verbrauch in den Lastzentren wie z.B. im städtischen Raum läge. Grundsätzlich spricht sich der Biogasrat+ e.V. für den Einsatz erneuerbarer Energien im Gebäudebestand aus, der über die Einführung einer steuerlichen Förderung für den Heizungsaustausch, gekoppelt an den Einsatz von erneuerbaren Energien, beschleunigt werden könnte.

Mit Blick auf den Verkehrssektor fordert der Verband die Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote für den Einsatz von Biokraftstoffen und eine Gasmobilitätsstrategie - analog zur Elektromobilitätsstrategie. Diese solle den Ausbau des Gastankstellennetzes forcieren und die Attraktivität grüner Gasmobilität für Verbraucher stärken, unter anderem durch die transparente Preisauszeichnung der Gaskraftstoffe an den Tankstellen, aber auch durch eine Berücksichtigung der CO2-Minderungsvorteile grüner Gaskraftstoffe in den Flottendurchschnittswerten der Automobilhersteller. Für die erfolgreiche Dekarbonisierung des Schwerlast- und Schiffsverkehrs müsse der Einsatz von Bio-LNG politisch flankiert werden.

„Unsere Mitgliedsunternehmen unterstützen die Energiewende, die europäischen sowie die internationalen Klimaschutzziele ausdrücklich und wollen bei der Umsetzung ihren Beitrag klima- und kosteneffizient leisten. Der Verband hat hierzu gezielte politische Handlungsempfehlungen für die kurz- und mittelfristige Weiterentwicklung der Branche und der Nutzung des grünen Gases Biomethan gemacht. Nun ist die Politik mit einem positiven Bekenntnis zur tragenden Rolle der Bioenergie in der Energiewende und konkreten Umsetzungsvorschlägen gefragt. Wir freuen uns auf einen intensiven Dialog in den kommenden Monaten“, so Hochi.

Pressekontakt:
Dr. Karin Retzlaff
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Tel.: +49 30 206 218 100

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