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Stammtischmeinung als Expertenrat verkauft

Biogasrat+ kritisiert Aussagen des Regierungsgutachtens zum EEG

Berlin, 26.02.2014 „Der Biogasrat+ dezentrale energien – ist empört über die methodische Schlampigkeit und die tendenziösen Stammtischparolen der Expertenkommission, die das „Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands“ erarbeitet hat“, kritisiert Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Biogasrat+ e.V. Die erneuerbaren Energien spielen darin nur eine untergeordnete Rolle. Trotzdem bedürfen die Feststellungen und Schlussfolgerungen der kritischen Überprüfung.

Zum einen ist der Betrachtungszeitraum problematisch. „Heute im Jahr 2014 werden Aussagen über angeblich zu geringe Innovationen bis zum Jahr 2005 gemacht. Dabei ging der Aufschwung der erneuerbaren und besonders von Biogas und Biomethan erst im Jahr 2008 richtig los. Seitdem hat es einen steilen Anstieg der Kosteneffizienz, Energieausbeute und CO2-Reduzierung gerade bei Biogas gegeben. Die Tatsache, dass die Kosteneffizienz durch immer neue genehmigungsrechtliche Auflagen zum Teil wieder aufgefressen wurde, trübt das Bild, ist aber kein Beleg für mangelnde Innovationen“, erklärt Dr. Anton Daubner, 1. Vorsitzender des Biogasrat+ e.V. In dieser Zeit ist der Methanschlupf von teilweise bis zu 4 Prozent auf unter 1 Promille reduziert worden. „Die Biotechnologie hat wahre Wunder erbracht, wenn es um die Ausbeute des Energieinhalts von Pflanzen und Reststoffen geht. Die Aufbereitungstechnik, mit der Rohbiogas in Biomethan für das Erdgasnetz umgewandelt wird, ist seit damals entwickelt und heute eine High-Technologie. Die systematischen Zuchterfolge für Energiepflanzen, auch und gerade Alternativen zu Mais, sind beachtlich. Die Abwärme der Fermenter wird mit hochmoderner ORC-Technik noch in Strom umgewandelt“, so Daubner weiter. „Firmen wie DSM, Evonik, Vogelsang, EnviTec Biogas, WELTEC BIOPOWER, Viessmann, BayWa, aber auch E.ON und RWE Innogy haben Milliarden in Innovation und Produktentwicklung gesteckt. Dazu kommen zahllose erfolgreiche Startup-Unternehmen. Mindestens an 10 Hochschulen in Deutschland wird systematisch an der Weiterentwicklung der Erzeugung und Nutzung von Biomasse geforscht, oft in einer Zusammenarbeit mit Unternehmen. Deutschland hat auf diesem Gebiet eindeutig die weltweite Technologieführerschaft“, betont Schultz. Das Know-How und die Anlagentechnik sind Exportschlager. Seit 2008 sind knapp 50.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland auf dem Gebiet Biogas/Biomethan entstanden.

Dazu hat das EEG entscheidend beigetragen. „Der Biogasrat+ hat allerdings schon bei der EEG-Reform 2012 gefordert, keine Vollvergütung mehr zu zahlen, sondern nur noch einen Mehrkostenausgleich gegenüber fossilen Energieträgern. Den eigentlichen Strompreis sollen sich die Betreiber am Markt holen. Das würde das Innovationstempo ohne Frage beschleunigen. Aber eine Förderung wäre weiterhin erforderlich, nur nicht in der bisherigen Höhe“, macht Schultz deutlich.

Die Aussage der Expertendiskussion, die erneuerbaren Energien trügen nicht zum Klimaschutz bei, ist schlichtweg falsch. 25 % CO2-frei erzeugter Strom ist eine ganze Menge. Die Tatsache, dass - in Verbindung mit dem etwas unerwarteten Atomausstieg - in die politisch gewollte Versorgungslücke zunächst Braunkohlekraftwerke gesprungen sind, geht nicht auf das Konto der Erneuerbaren. „Die Biogas- und Biomethantechnologie ist in der Lage, die gesamte fluktuierende Stromversorgung mit regenerativer Energie stabil abzusichern und außerdem Regel- und Ausgleichsenergie bereitzustellen. Im Übrigen wird die Biogas- und Biomethan-Industrie ihre Kosten bei Neuanlagen in den nächsten fünf Jahren um 30 Prozent reduzieren“, unterstreicht Daubner. Reinhard Schultz ergänzt: „ Wenn sechs Professorinnen und Professoren einen Energiestammtisch aufmachen, ist das noch lange kein wissenschaftlicher Diskurs.

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