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Die dezentrale Energieversorgung braucht Biogas und Biomethan

EEG-Eckpunktepapier ignoriert den Nutzen von Biomethan für die Systemstabilität

Berlin, 21.01.2014. Biogas/Biomethan ist ein Multitalent. Es erzeugt bedarfsgerecht gleichzeitig sowohl Strom als auch Wärme. Biomethan ist weiter in der Lage, die fluktuierenden Treiber der Energiewende - Wind und PV - abzusichern und eine konstante grüne Versorgung sicherstellen. Damit erübrigt sich auch die finanzielle Schlechterstellung des grünen Gases. Denn sobald die dringend notwendige Systemstabilität mit in die Rechnung aufgenommen wird, nimmt Biomethan eine gute Mittelstellung ein. „Wir müssen uns endlich davon lösen, stets nur die kostengünstigsten Technologien zu favorisieren. Bei der Gesamtumstellung des Energiesystems bedarf es der Blicke nach rechts und links. Das bedeutet, dass auch die Systemstabilität entsprechend Ihrer Wichtigkeit berücksichtigt werden muss. Dies gilt besonders in der gerade begonnen Debatte um die EEG-Reform“, betont Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Biogasrat+ e.V.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien entwickelt sich parallel zur natürlichen Sterbelinie des vorhandenen Kraftwerksparks bis zum Jahr 2050, um strukturpolitische Brüche und Stranded Investments zu vermeiden. Effiziente dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf Biomethan- und Erdgasbasis können die dadurch nicht mehr abgesicherte Residuallast abdecken. „Ein 100 MW Deckel für Biomasse, wie es Bundesminister Gabriel in seinem EEG-Eckpunktepapier vorsieht, gefährdet damit das gesamte Energiesystem“, stellt Schultz klar.

Die Branche arbeitet bereits seit Jahren erfolgreich an Konzepten zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe sowie zum verstärkten Einsatz von Reststoffen. „Wir haben bereits in den Koalitionsverhandlungen deutlich gemacht, dass wir bereit sind, den Einsatz von Mais langfristig auf bis zu 20 % zu reduzieren und ein Konzept zur nachhaltigen energetischen Nutzung pflanzlicher Biomasse, wie es der Koalitionsvertrag vorsieht, aktiv zu unterstützten. Gleichzeitig braucht die Branche die Unterstützung der Regierung, um die Reststoffströme entsprechend zu sammeln und zu lenken, um damit die Systemstabilität und die Planungssicherheit zu gewährleisten“, so Schultz. Es sind regionale Lösungen zu regionalen Problemen gefragt.

Neben der ständigen Verfügbarkeit, Flexibilität und Speicherbarkeit bietet Biogas/Biomethan einen weiteren wesentlichen Vorteil innerhalb der Energiewirtschaft: langfristige, landwirtschaftliche Wertschöpfung in z.T. strukturschwachen Regionen. „Damit ist Biogas/Biomethan ein wahrer Allrounder, der sowohl das Klima schützt, die Wirtschaft ankurbelt als auch Nachhaltigkeit gewährleistet und dabei marktnah agiert“, erklärt Schultz. Der Biogasrat+ fordert seit seiner Gründung die möglichst schnelle Marktannäherung und die Einführung einer echten Marktprämie in Form eines Mehrkostenausgleichs für ausschließlich benötigten und damit verkaufen Strom. Schultz: „Wir sind die größten Befürworter einer marktnahen und damit kostenreduzierenden Lösung für die erneuerbaren Energien. Eine Deckelung der Biomasse allerdings setzt falsche Signale für das Klima, die Menschen und die Branche.“

 Die Pressemitteilung steht hier zum Download zur Verfügung.

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